Die 10-Millionen-Schweiz-Initiative schreibt eine starre Bevölkerungsobergrenze von zehn Millionen Menschen in die Verfassung. Wird dieser Grenzwert überschritten, muss das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union gekündigt werden. Wegen der Guillotine-Klausel fallen damit auch die übrigen Abkommen der Bilateralen I weg. Der bilaterale Erfolgsweg der Schweiz würde zerstört.
Das Schweizer Gesundheitswesen ist auf die unbürokratische Rekrutierung von Fachpersonen aus dem EU/EFTA-Raum angewiesen. Ohne diese Fachkräfte aus dem Ausland könnten Spitäler, Pflegeheime und Spitex-Organisationen ihren Leistungsauftrag nicht erfüllen. Die Initiative verschärft den Personalnotstand, verlängert Wartezeiten und gefährdet die Versorgungssicherheit.
Längere Wartezeiten für Patientinnen und Patienten
Die Nachfrage steigt, doch das Angebot wird reduziert: Stationen in den Spitälern, ambulante Praxen, Pflegeheime und Spitex-Organisationen müssen ohne genügend Personal ganze Abteilungen schliessen und Dienstleistungen abbauen. Lange Wartezeiten nehmen in allen Gesundheitsbereichen zu.
Höhere Kosten für die Prämienzahlenden
Der Wettbewerb um Fachkräfte verschärft sich weiter. Ohne unbürokratischen Zugang zu Arbeitskräften nimmt der administrative Aufwand für die Gesundheitsorganisationen zu. Einstellungen verzögern sich. Die Kosten für Personalgewinnung steigen. Diese Kostensteigerung treiben letztlich auch die Prämien weiter in die Höhe.
Schlechtere Versorgungsqualität für alle
Fehlen qualifizierte Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten, steigt die Belastung des bestehenden Personals deutlich – mit direkten Auswirkungen auf die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit. Die Leidtragenden sind die Patientinnen und Patienten.
Über 70% der neu rekrutierten Ärztinnen und Ärzte in der gesamten Schweiz stammen aus dem Ausland.